Gedankenräume in Zeiten des Wandels
Unsere Welt verändert sich – rasant, tiefgreifend und oft verstörend. Es sind nicht nur äußere Entwicklungen, die uns fordern, sondern Verschiebungen an den Grundpfeilern unseres gesellschaftlichen Miteinanders: Werte, Wahrheiten und Verständigung geraten zunehmend unter Druck. In dieser Lage wollen wir Räume schaffen für Fragen, Austausch und Orientierung.
Die Symposien sind ein zentraler Bestandteil unseres Festivals. Sie verstehen sich nicht als akademisches Format, sondern als offenes Forum: Hier treffen Künstlerinnen und Künstler, Gäste und Publikum aufeinander – im Gespräch, im Zuhören, im gemeinsamen Nachdenken.
Jedes Jahr stehen dabei unterschiedliche Themen im Fokus: kulturelle Identitäten, historische Brüche, Musik als Ausdruck von Erinnerung und Wandel. 2025 rücken wir besonders die Region Niederschlesien und den Umgang mit Grenzen, Herkunft und europäischer Geschichte in den Mittelpunkt. Wir fragen: Wie spiegelt Musik gesellschaftliche Umbrüche? Was erzählen Biografien zwischen Kulturen? Und welche Verantwortung tragen wir als Kulturschaffende heute?
Unsere Symposien wollen keine fertigen Antworten liefern. Sie wollen anstoßen, hinterfragen – und verbinden. In einer Zeit, in der so vieles auseinanderzudriften scheint, setzen wir auf Begegnung, Austausch und die Kraft der Musik.
Die Symposien 2015 - 2023
2015: Musiker im Exil
2016: Die Bedeutung von Künstlern im Exil für die kulturelle Entwicklung ihres Gastlandes
2017: Musik im besetzten Polen 1939 – 1945, sowie ein Gesprächsformat mit
Mitgliedern der Familie Szpilman, nachdem wir uns den Film „Der Pianist“ angeschaut hatten
2018: Neuordnung Europas nach dem 1. Weltkrieg. Können Künstler unpolitisch sein?
2019: Welche Wirkung haben Musiker auf die Welt, abgesehen von ihrer Musik?
2020: Solidarność. Musik aus Polen in 1980er Jahren. Bürgerproteste in Belarus.
2021: „Musik und Bild. Die Rettungsanker für Musikerinnen und Musiker in Zeiten der
Krisen am Beispiel Filmmusik“. Folgen der Pandemie und Möglichkeiten der Digitalisierung.
2022: „Paneuropa, der Weg von einer Utopie in die Realität“. Bronisław Huberman.
Neue Realitäten in Osteuropa nach Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine.
2023: Kultur als Spiegel des Weltgeschehens. Kulturelle Identitäten in den
postsowjetischen Ländern.
2024: 10 Jahre Krzyżowa-Music: Wie definieren wir Europa im Jahr 2024?
Die Symposien wurden seit dem Anfang des Festivals von sehr interessanten Gästen begleitet, u.a. von Judith Serkin, Moritz von Bredow, Wolfgang Rathert, Andrzej Spilman, Frank Harders-Wuthenow, Robert Żurek, Vitali Alekseenok und Albrecht Dümling.

