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 Krzyżowa-Music Symposien:  

 des Wandels  

 Gedankenräume in Zeiten 

 Am 26. August und 2. September 2025  

 in Krzyżowa, Polen  

Gedankenräume in Zeiten des Wandels

Unsere Welt verändert sich – rasant, tiefgreifend und oft verstörend. Es sind nicht nur äußere Entwicklungen, die uns fordern, sondern Verschiebungen an den Grundpfeilern unseres gesellschaftlichen Miteinanders: Werte, Wahrheiten und Verständigung geraten zunehmend unter Druck. In dieser Lage wollen wir Räume schaffen für Fragen, Austausch und Orientierung.

Die Symposien sind ein zentraler Bestandteil unseres Festivals. Sie verstehen sich nicht als akademisches Format, sondern als offenes Forum: Hier treffen Künstlerinnen und Künstler, Gäste und Publikum aufeinander – im Gespräch, im Zuhören, im gemeinsamen Nachdenken.

Jedes Jahr stehen dabei unterschiedliche Themen im Fokus: kulturelle Identitäten, historische Brüche, Musik als Ausdruck von Erinnerung und Wandel. 2025 rücken wir besonders die Region Niederschlesien und den Umgang mit Grenzen, Herkunft und europäischer Geschichte in den Mittelpunkt. Wir fragen: Wie spiegelt Musik gesellschaftliche Umbrüche? Was erzählen Biografien zwischen Kulturen? Und welche Verantwortung tragen wir als Kulturschaffende heute?

Unsere Symposien wollen keine fertigen Antworten liefern. Sie wollen anstoßen, hinterfragen – und verbinden. In einer Zeit, in der so vieles auseinanderzudriften scheint, setzen wir auf Begegnung, Austausch und die Kraft der Musik.

 Die Symposien 2015 - 2023  

2015:  Musiker im Exil
2016:  Die Bedeutung von Künstlern im Exil für die kulturelle Entwicklung ihres Gastlandes

2017:  Musik im besetzten Polen 1939 – 1945, sowie ein Gesprächsformat mit

Mitgliedern der Familie Szpilman, nachdem wir uns den Film „Der Pianist“ angeschaut hatten

2018:  Neuordnung Europas nach dem 1. Weltkrieg. Können Künstler unpolitisch sein?
2019:  Welche Wirkung haben Musiker auf die Welt, abgesehen von ihrer Musik?
2020:  Solidarność. Musik aus Polen in 1980er Jahren. Bürgerproteste in Belarus.
2021:  „Musik und Bild. Die Rettungsanker für Musikerinnen und Musiker in Zeiten der

Krisen am Beispiel Filmmusik“. Folgen der Pandemie und Möglichkeiten der Digitalisierung.

2022: „Paneuropa, der Weg von einer Utopie in die Realität“. Bronisław Huberman.

Neue Realitäten in Osteuropa nach Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine.

2023:  Kultur als Spiegel des Weltgeschehens. Kulturelle Identitäten in den

postsowjetischen Ländern.

2024:  10 Jahre Krzyżowa-Music: Wie definieren wir Europa im Jahr 2024?

 

Die Symposien wurden seit dem Anfang des Festivals von sehr interessanten Gästen begleitet, u.a. von Judith Serkin, Moritz von Bredow, Wolfgang Rathert, Andrzej Spilman, Frank Harders-Wuthenow, Robert Żurek, Vitali Alekseenok und Albrecht Dümling.

Interessante Gäste, besondere musikalische Beiträge, Vorträge von Wissenschaftlern, Live-Übertragungen aus den Epizentren der Proteste, leidenschaftliche Diskussionen und inhaltsvolle Auseinandersetzungen — all dieses hat die Symposien nicht nur zum Ausgangspunkt für leidenschaftliche Diskussionen gemacht, sondern auch zu einem emotionalen Ereignis. Es geht darum zu realisieren, dass Zivilcourage und Musikleben auch etwas miteinander zu tun haben!

Wie war denn überhaupt die Weltlage im Jahr 2015 als unser Festival gegründet wurde? Zwar gab es immer wieder Krisen in der Welt, aber vornehmlich hatten wir das Gefühl, dass diese temporär seien, und dass im demokratischen Teil der Welt ein Koordinatensystem gilt, das Stabilität garantiert. Doch dieses Gefühl hat sich leider Jahr für Jahr immer weiter abgeschwächt, da eine neue Krise der nächsten in rascher Geschwindigkeit folgte und rote Linien kontinuierlich überschritten wurden. Dem entsprechend wird die Kulturszene immer mehr politisch beeinflusst, denn Diktaturen instrumentalisieren die Kultur, und somit werden Zivilcourage und zivile Verantwortung zu einer Notwendigkeit, auch bei den Künstlern, was sich immer deutlicher zeigt.

In diesem Jubiläumsjahr haben wir beim ersten Symposium, am 27. August, mit dem Publizisten Axel Brüggemann auf die letzten 10 Jahre zurückgeblickt und uns u. a. mit den
Auswirkungen von totalitären Systemen auf das jeweilige Musikleben beschäftigt. Während des 2. Symposiums, am 3. September, hatten wir die englische Musik- und Romanautorin Jessica Duchen zu Gast. Sie hat über die Auswirkungen des Brexits auf Künstlerbiographien und das britische Kulturleben berichtet: ein leider besonders aktuelles Thema, da in so vielen Ländern nationalistische Kräfte mit dem Austritt aus der EU drohen. Das Thema: „Wie definieren wir 2024 das Wort Europa?“ beschäftigt uns somit als Grundgedanke der diesjährigen Symposien.

Krzyżowa, mit seinem Geist und seiner Geschichte, es ist ein idealer Ort für solcherart Diskussionen und Austausch. In diesen schwierigen Zeiten kann die Bedeutung solcher Foren nur zunehmen. Zwar wissen wir nicht, was uns in den nächsten 10 Jahren erwartet, aber was auch immer in der Welt geschieht, wir wollen uns weiterhin in Krzyżowa treffen, dort Musik machen, nach einer gemeinsamen Sprache suchen, diskutieren und uns austauschen, Visionen entwickeln und versuchen, Antworten auch auf schwierigste Fragen zu finden. Denn es geht uns darum, Europa mit unserem Beitrag für dessen gute und sichere Zukunft zu stärken.

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